Gelungenes Doppel-Jubiläum
RSC Kempten dominiert beim 40. Märchensee Kriterium, Junior Otmorskyi wird Märchenseekönig.
Im Jubiläumsjahr „200 Jahre Märchensee“ hat der Rad und Wanderverein „Märchensee“ Wendelsheim am Sonntag zum bereits 40. Mal das Märchensee-Kriterium ausgerichtet. Bei schönstem, spätsommerlichem Wetter war dabei die süddeutsche Radsportelite zu Gast in Wendelsheim. Und zum diesjährigen Jubiläum gab es ein besonderes Highlight:
Neben dem klassischen Kriterium wurde im Rahmen eines Bergsprints der „Märchenseekönig“ gesucht. Dafür musste man besonders bergfest sein, führte die Strecke vom Brunnen am tiefsten Punkt Wendelsheim bis zur Aussichtsplatte am See mit bis zu 20% Steigung nach oben. Nach drei Vorläufen, in denen sich jeweils die ersten fünf Fahrer für den Endlauf qualifizierten, krönte sich in einem spannenden Endlauf der erst 18-jährige Ukrainer Pablo Otmorskyi, der für das Nachwuchsteam der Profi-Mannschaft Bahrain-Victorius fährt, zum Märchenseekönig. Er gewann vor Felix Kopp (RSV St. Stegen) und Cedric Abt (RSC Kempten). Die Wendelsheimer Farben vertrat der junge Hannes Kallenbach, der es in den Finallauf schaffte und dort Rang 10 belegte.
Das Kriterium der Elite-Amateure und Amateure im Anschluss an den Berg-Sprint wurde wie im vergangenen Jahr zu einer Machtdemonstration des RSC Kempten. Auch ohne den deutschen Kriteriumsmeister Dario Rapps, der im vergangenen Jahr in Wendelsheim gewann, drückten die Kemptener dem Rennen ihren Stempel auf und sorgten für einen Doppelsieg. Als sich nach gut 20 gefahrenen Runden eine Spitzengruppe vom Feld absetzte, waren mit Hannes Greger und Cedric Abt gleich zwei Kemptener dabei. Die Gruppe funktionierte gut und überrundete im Laufe des Rennens das restliche Fahrerfeld. Cedrik Abt, im vergangenen Jahr bereits Zweiter beim Märchensee-Kriterium, sammelte am meisten Punkte und setzte sich mit 26 Punkten souverän vor seinem Team-Kollegen Hannes Greger (21 Punkte) und Wilhelm Buchmüller (Equipe Stuttgart-Vaihingen; 5 Punkte) durch. Abt war bereits 2021 in Wendelsheim erfolgreich, als er damals das Junioren-Rennen gewann und fuhr in den vergangenen Jahren für das Kontinental-Team Lotto-Kernhaus. Cedirc Abt war beim Siegerinterview voll des Lobes über „das schönste Rennen“ das er in dieser Saison gefahren ist. Märchenseekönig Otmorskyi zeigte auch im Kriterium eine gute Leistung und belegte in der Endabrechnung Rang 7, direkt gefolgt vom Wendelsheimer Lokalmatador Jonas Tenbruck, der in der zweitletzten Wertung punkten konnte und dadurch am Ende Achter wurde.
Am Vormittag fanden im Rahmen des Wendelsheimer Kriteriums die letzten Etappen des BaWü-Schülercups, der wichtigsten Rennserie für Nachwuchsfahrer im Bundesland, statt und auch dort gab es spannende Wettkämpfe: Das Rennen der U15 gewann Ludwig Neubrand (RSC Biberach) vor Lenny Karstens (RU Wangen) und Marc Gummel (Bike Aid), wobei Karstens der zweite Platz ausreichte, um die Gesamtwertung nach insgesamt zehn Rennen vor Neubrand zu gewinnen. Im Rennen der U13 Klasse setzte sich wie im Vorjahr Till Holle (RSC Wörth) durch. Er gewann vor Nicolas Köhnlein (RV Badenia Linkenheim) und Simon Kalle vom RSV Öschelbronn.
Bereits am Morgen nahmen viele Kinder und Jugendliche die Möglichkeit wahr, selbst erste Rennerfahrung zu sammeln und bei den verschiedenen Hobby‑Rennen zu starten. Besonders erfreulich waren die starken Ergebnisse der Nachwuchsfahrerinnen und Fahrer des RWW Wendelsheim: In der U9 überzeugten David Hok, Henry Vollmer, Paul Haller, Simon Burda und Josha Schäfer bei den Jungen sowie Emma Baur bei den Mädchen mit hervorragenden Platzierungen. In der U11 zeigte Linus Kiraly eine starke Leistung. In der U13 bei den Mädchen glänzte Mattea Vollmer und in der U15 gewann Lene Kiraly.
So konnte sich der ausrichtende Verein über einen gelungenen Renntag bei schönstem Herbstwetter freuen: ein reibungsloser Ablauf, nur wenige Stürze, die aber glimpflich ausgingen, und hochklassiger Amateur‑Radsport zum doppelten Jubiläum.
Bericht: Johannes Vollmer